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Dienstag, 22. September 2026
Neue Wohnungsmarkt-Daten: Auf den Balearen fehlen rund 17.000 Wohnungen
Der neue balearische Wohnungsmarkt-Observatorium OHIB beziffert die rechnerische Angebotslücke auf rund 17.000 Wohnungen. Zwischen 2000 und 2025 wuchs die Bevölkerung der Balearen um 46,3 %, der Wohnungsbestand dagegen nur um 31,5 %. Besonders interessant für Makler: Laut OHIB lagen 2025 die auf Immobilienportalen verlangten Preise im Durchschnitt mehr als 38 % über den tatsächlich registrierten Verkaufspreisen.
Gleichzeitig befinden sich nach Angaben des Govern 10.006 bezahlbare Wohnungen in unterschiedlichen Planungs- oder Umsetzungsphasen. Das wird den privaten Markt kurzfristig kaum vollständig entlasten, zeigt aber, wie stark das Thema Wohnungsangebot inzwischen die öffentliche Planung bestimmt.
Die 38-%-Differenz darf nicht als pauschaler „Verhandlungsspielraum“ einer einzelnen Immobilie verstanden werden. Sie zeigt aber sehr deutlich, warum eine realistische Bewertung anhand tatsächlich erzielter Preise immer wichtiger wird.
Quelle: Economía de Mallorca / OHIB, 17.09.2026.
Preise bleiben auf Rekordniveau – Palma zeigt aber erste kurzfristige Seitwärtsbewegung
Die neuesten verfügbaren Angebotsdaten von idealista zeigen für August 5.595 €/m² auf den Balearen – ein neuer Höchststand und +5,1 % gegenüber August 2025. Palma liegt bei 5.522 €/m², ebenfalls noch 4,9 % über dem Vorjahr, gegenüber Juli aber 0,3 % niedriger.
Innerhalb Palmas bleibt die Spreizung enorm: Son Vida 8.552 €/m², Ciutat Antiga 7.366 €/m² und Santa Catalina–Son Armadans–Marítim 6.311 €/m². Son Vida liegt allerdings 1,5 % unter dem Vorjahreswert, während die Altstadt noch +10,8 % verzeichnet.
Auch die Mieten bleiben angespannt: Palma erreichte im August 19,3 €/m² pro Monat, +5,9 % im Jahresvergleich und laut idealista den bisherigen Höchststand dieser Reihe.
Von einer allgemeinen Trendwende kann man aus diesen Daten noch nicht sprechen. Aber der Markt wird differenzierter – Lage, Qualität und realistische Preispositionierung dürften stärker darüber entscheiden, wie schnell ein Objekt verkauft wird.
Ferienvermietung: Regulierungsdruck bleibt hoch
Die Regulierung von Kurzzeit- und Ferienvermietungen bleibt eines der wichtigsten Themen für Mallorca. Ein aktueller europäischer Vergleich berichtet, dass die Balearen ihre Regeln bereits deutlich verschärft haben und die Zahl touristischer Plätze zuletzt leicht zurückging. Auf europäischer Ebene wird gleichzeitig über weitere verhältnismäßige und zeitlich begrenzte Beschränkungen von Kurzzeitvermietungen diskutiert.
Für Mallorca bedeutet das vor allem: Bei Objekten mit Ferienvermietung sollte weiterhin sehr genau zwischen bestehender gültiger Lizenz, Übertragbarkeit beziehungsweise Fortbestand der Berechtigung und einer bloßen theoretischen Vermietungsmöglichkeit unterschieden werden.
Immobilien mit rechtssicher dokumentierter bestehender Ferienvermietungsberechtigung bleiben deshalb ein besonders interessantes Nischensegment – die konkrete Lizenzsituation sollte aber bei jedem Objekt individuell geprüft werden.
Quelle: El País, 17.09.2026.
Flughafen Palma: 621,6 Mio. € Investitionen vorgesehen
Der staatliche Flughafenplan DORA III sieht für 2027–2031 insgesamt 1,03 Mrd. € Investitionen in die Flughäfen der Balearen vor. Davon sollen 621,6 Mio. € auf Palma entfallen. Dem zugrunde liegenden Szenario zufolge könnte das Passagieraufkommen der balearischen Flughäfen bis 2031 auf knapp 50 Millionen Passagiere steigen.
Die geplante Entwicklung ist politisch umstritten; Kritiker fordern angesichts der Belastung der Inseln Grenzen für weiteres Wachstum.
Für den Immobilienmarkt relevant: Internationale Erreichbarkeit bleibt ein wichtiger Standortfaktor für Mallorcas Zweitwohnsitz- und Premiumsegment. Gleichzeitig dürfte die Diskussion um Wachstum, Infrastruktur und Belastungsgrenzen weiter Einfluss auf zukünftige Tourismus- und Immobilienregulierung haben.
Quelle: Cadena SER / Radio Mallorca, 16.09.2026.
